Kirche Worbis

Sankt Antonius (Wallfahrtskirche)

Die Gründung erfolgte nach dem Dreißigjährigen Krieg auf den Ruinen des 1525 zerstörten Zisterzienserinnenkloster. Im Jahre 1667 kamen Franziskaner nach Worbis und errichteten dort ihr Kloster. Die eigentliche Kirche war eine kleine hölzerne Kapelle, diese trug den Name „Antonius Residenz“. Am 13. Juni 1668 war die Grundsteinlegung zum Bau einer Klosterkirche, 1670 -77 Errichtung des Chors in Steinwölbung und des Hauptschiffes mit Holztonnengewölbe. Diese wurde nach den Bauplänen des ital. Architekten Antonio Petrini erbaut, da diese in seinen Bauplänen dem Armutsideal der Franziskaner durch einen besonders schlichten Barockstil entsprach. 1690/91 erfolge der Bau einer neuen Antoniuskapelle und einer Vorhalle an der Nordwand. 1765-1779 erfolgte der spätbarocke Umbau und die Einwölbung des Kirchenschiffes in Stein. 1880 erfolgte eine Renovierung und 1948 die Ausmalung des Innenraumes. Die grundlegende Innenrestaurierung erfolgte von 1969 bis 1971 und von 1993 bis 2002 die Fassadensanierung mit neuer Farbgebung. 1670 wurde das Worbiser Kloster zum Studienkloster erhoben und bildete eine wichtige Stütze bei der Ausbildung des Ordensnachwuchses. St. Antonius ist baugleich mit der Klosterkirche in Fulda am Frauenberg.
Außer dem Hochaltar gibt es noch zwei Nebenaltäre im Altarraum und zwei Nebenaltäre im Schiff sowie den Antonius- und den Sieben-Schmerzen-Altar. Die sieben Beichtstühle tragen je eine Bekrönung. Das Oratorium (Patronatschörchen) gilt dem Förderer der Franziskaner, dem Landgrafen Christian v. Hessen-Rheinfels-Rotenburg.
Nach der Rekonstruktion (Vollendung 10.06.2012) der hochbarocken Orgel mit drei Manualen klingt sie wieder so, wie es seine Erbauer einst gewollt hatten- mitteltönig und mit langem Nachhall, vollendet abgestimmt auf die besondere Akustik des Kirchenschiffes.
Die Antonius Wallfahrt findet alljährlich am 13. Juni, bzw. dem darauffolgenden Sonntag statt.


Sankt Nikolaus (Stadtkirche)

Die erste Nikolauskirche in Form einer Kapelle wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Um 1680 erfolgte ein Umbau. 1755 erfolgte der Abbruch. 1756 -1770 entstand ein Neubau. Am 31.10.1860 wurde die Kirche durch einen Brand zerstört. Im Jahre 1870 erfolgte der Wiederaufbau unter Einbeziehung von Vorgängerteilen, insbesondere des Westturmes. 1878 wurde der Chorbau und die neoromanische Innenausstattung ausgeführt, von der heute nur noch einige Figuren an der Kanzel und auf der Empore vorhanden sind. 1899/1900 erhielt der Turm einen Aufbau. 1959 und 2014 gab es Innenrenovierungen. Von 1999-2001 erfolgte die Ausmalung und Neugestaltung und 2014 eine Innensanierung. Des Weiteren wurden 2004 in der Karlsruher Glockengießerei Bachert neue Glocken angefertigt. Dieses Griesbacher Idealsextett gibt es sonst nur im Erfurter Dom. Der Schnitzaltar der Stadtkirche ist aus dem Jahre 1475 und stammt aus dem Besitz des Zisterzienserinnenklosters.
Patron ist der Heilige Nikolaus von Myra. Sein Festtag ist der 6.Dezember.


Sankt Rochus (Kapelle)

Als 1682 die ersten Pesttoten zu beklagen waren, wurde am 20. September eine feierliche Prozession durch das Obertor zum sogenannten „Sintefrieden“ veranstaltet. Die Einwohner der Stadt legten das Gelübde ab, an dieser außerhalb der eigentlichen Stadt gelegenen Begräbnisstelle eine Kapelle zu errichten und regelmäßig Messen für verschiedene Anliegen lesen zu lassen. Wenig später löste die Worbiser Bürgerschaft ihr Gelöbnis ein und errichtete auf einer kleinen Anhöhe vor dem Iberg einen einfachen Rechteckraum mit kleiner polygonaler Apsis im Osten und weihte die Kapelle dem Hl. Rochus. 1791/92 zog man das Tonnengewölbe ein, 1928 wurde schließlich der kleine Glockenturm aufgesetzt. Der schlichte Altar und das Bild des Hl. Rochus unterstreichen im Inneren die Funktion der Kirche als Gedenkstätte. Das Gelöbnis wird jährlich am letzten Sonntag im August eingelöst. Mit dem Altarssakrament in Prozession ziehen die Gläubigen von der Stadtkirche aus zum Vorplatz der Rochuskapelle und feiern dort die Eucharistie.


Hardt-Kapelle

Die Kapelle wurde nach der als „Haardt“ bezeichneten kleinen Anhöhe im Norden der Stadt benannt. Im 17. Jahrhundert stand dort bereits eine kleine hölzerne Kapelle, die 1749 abgerissen worden ist. Noch im selben Jahr wurden am Hang die Kreuzwegstationen errichtet, die den Weg zu der ebenfalls neu erbauten und der Himmelfahrt Mariens geweihten Kapelle säumen. Die rechteckige Kapelle hat eine kleine Apsis und einen Turmaufsatz. Der Innenraum ist mit profilierten Rippen, die über flachen Konsolen ansetzten und zwei Joche ausbilden sowie durch die mit tiefen Stichkappen versehene Apsis aufwendiger gestaltet. Um den 29. Juni, zum Fest Peter und Paul und um Maria Himmelfahrt (15. August) wird in Prozession der Kreuzweg gebetet und am Freialtar vor der Kapelle der Sonntagsgottesdienst gefeiert.


Quellenangabe: Internet: kath-kirche-worbis, „Die Kirchen im Eichsfeld“ erschienen Mecke Druck und Verlag Duderstadt 2011, Bischöfliches Bauamt Heiligenstadt
Kurzfassung wurde auf Grundlage der angegebenen Quellen erstellt von Wolfgang Kolitsch im Auftrag der Pfarrei Sankt Antonius Worbis im Mai 2017.

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